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Hausnummer 63 in Bredenborn


Es ist allgemein bekannt, dass Krome´s Backstube eine lange Geschichte hat. 1881 wurde die erste Bäckerei von Wilhelm Krome eröffnet. Mit viel Herzblut und jeder Menge Energie wird Krome´s Backstube mittlerweile in 4. Generation von Bernd und Monika geführt. Eine Traditionsbäckerei mit Geschichte und Herz. Die ganze Geschichte hinter der Backstube kennen allerdings nur wenige. Wir haben mit Barbara Krome gesprochen und so einiges erfahren.

Frau Krome, Sie sind die Expertin, wenn es um die Historie der Backstube geht. Was können Sie uns über die Anfänge erzählen?

Die erste Filiale wurde 1880 in Bredenborn von Wilhelm Krome, nach dem auch mein Mann benannt ist, eröffnet. Das war damals in der Hausnummer 63 in Bredenborn. Eine ganz kleine Backstube, weil Familie Krome nebenher auch noch in der Landwirtschaft tätig war. Damals war das ja alles noch ganz anders. Das Brot wurde nicht so bezahlt wie heute. Bis in die 60erJahre gab es den sogenannten Backlohn. Bredenborn war früher ein Maurerdorf und jeder hatte sein eigenes kleines Stück Land, auf dem die Rohstoffe für das eigene Brot angebaut wurden. Das lief dann so, dass die Kunden die Rohstoffe zum Bäcker gebracht haben und nur einen kleinen Betrag zahlen mussten - den Backlohn. Die Materialien brachten sie ja selbst mit. Es wurde Buch darüber geführt, wer welche Rohstoffe in welchen Mengen gebracht hat, der Backlohn berechnet und am Ende des Jahres wurde abgerechnet. Diese Bücher von 1880 gibt es sogar noch und sie sind bis heute im Familienbesitz.

Wie war das, als die zweite Generation übernahm?

Mein Schwiegervater, Berndhard Krome, hat die Bäckerei 1925 übernommen. Eigentlich sollte sein Bruder die Bäckerei übernehmen, er fiel aber im Krieg. Deswegen machte Bernhard die Bäckerlehre, um den Betrieb übernehmen zu können. Man glaubt es kaum, aber tatsächlich wurden schon in der 2. Generation Touren mit Bäckerwagen gefahren. Ganz zu Beginn sogar noch mit Kutschen. Irgendwann wurde dann aber auf Autos umgestiegen. Mein Mann musste auch schon im Alter von 13 Jahren nach der Schule regelmäßig bei den Touren mithelfen.

Und dann kam die 3. Generation - das waren Sie...

Das ist richtig - dann kamen wir. Mein Mann und ich haben den Betrieb 1965 übernommen. Unter uns gab es vier Filialen. Zu der Zeit war es sehr schwierig, Gesellen und Mitarbeiter zu finden, weswegen wir den Betrieb zeitweise nur zu zweit geführt haben. Das waren sehr harte Zeiten. 1969 haben wir dann in der Liboristraße ein Schwesternhaus gekauft, um dort neu zu bauen. Die Eröffnung des Ladens, den wir damals nicht nur als Bäckerei, sondern auch als Lebensmittelladen eröffneten, war 1971. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, aber in den 70er-Jahren war Zwieback der absolute Verkaufsschlager bei Krome. Heutzutage wird Zwieback kaum noch in Bäckereien verkauft. Das liegt daran, dass die Herstellung in Handarbeit sehr aufwendig ist. Jeder einzelne Zwieback musste am Herd händisch gedreht und von der anderen Seite nochmal gebacken werden. Das rentiert sich heute, angesichts der Konkurrrenz von Großunternehmen wie Brandt, für keinen kleinen Handwerksbäcker.

Jetzt ist Ihr Sohn am Zug...

Wir sind sehr stolz auf alles, was Bernd auf die Beine gestellt hat. Früher waren die Bäckereien einfach klassische Verkaufsstellen, heute sind das qualitativ hochwertige Filialen mit Wohlfühlcharakter. Bevor Bernd in den Betrieb einstieg, sind wir immer sehr sparsam gewesen und haben alles klein gehalten. Bernd hat es dann auf 10 Filialen und 160 Mitarbeiter gebracht. Wenn ich jetzt sehe, was Bernd in den vergangenen Jahren erreicht hat, erfüllt mich das mit viel Stolz.

Was ist das Erfolgsrezept von Krome?

Durch die Bequemlichkeit der Menschen ist gutes Brot in den letzten Jahrzehnten zunehmend verloren gegangen. Bei uns werden die Brote aber immer noch nach den Rezepten des Urgroßvaters Wilhelm hergestellt. Eines der größten Erfolgsrezepte von Krome ist sicherlich der Natursauerteig. Kaum noch jemand kann den Sauerteig eigenhändig herstellen, weil das mit viel Wissen und vor allem viel Zeit und Arbeit verbunden ist. Diese Mühe machen sich leider nicht mehr viele. Brot backen ist aber nicht nur das einfache Backen nach Rezept, sondern man muss auch ein Gefühl für das Produkt und das Backen entwickeln. Wir sagen immer „Backen können viele - aber unser Brot backen, das kann keiner außer uns.“ (lacht)